Warum ich gerne Bäuerin bin

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Ein Beitrag von Tshering Wangmo „Ongmo“, Tang Farmers, Bumthang

Da wo ich lebe, ist die Landwirtschaft die Haupteinnahmequelle. Sie ist für mich bedeutungsvoll und ich baue viele verschiedene Gemüsesorten auf meinen Feldern an. Landwirtin zu werden ist eine der besten Entscheidungen, die ich je getroffen habe.

Austausch mit Kolleginnen und Kollegen in Österreich

Seit ich an der Studienreise des Organic Farmers Exchange Program (OFEP) in Österreich teilgenommen habe, habe ich meine Anbaumethoden leicht verändert. Ich war daran interessiert, meinen Bauernhof und meine Lebensmittelverarbeitung zu erweitern, und dafür erhielt ich Unterstützung vom Verein Bhutan Network und Franzi, einem großzügigen österreichischen Sponsor und Unterstützer des Bhutan Network.

Ich habe mein Gemüse schon immer auf den umliegenden Märkten und auch in Thimphu, der Hauptstadt Bhutans, verkauft. Vor dem OFEP-Austausch war mir jedoch nicht wirklich bewusst, wieviele Möglichkeiten es eigentlich gibt, Obst und Gemüse zu konservieren und Pflanzen zu schützten. In Österreich lernte ich viel über diese Dinge von Rosina Feldinger, einer Biobäuerin in Salzburg. Ich stehe immer noch in Kontakt mit ihr. Geld habe ich während des Austauschs nicht verdient, da es sich um eine Studienreise handelte, aber ich habe unschätzbare Einblicke und Erfahrungen mit neuen Methoden gewonnen, die meinen Horizont erweitert haben und mich selbstbewusster gemacht haben.

Zurück daheim, nach dem Austauschprogramm, half ich anderen Bäuerinnen und Bauern in meinem Dorf und kaufte ihnen Früchte ab, um selbstgemachte Marmelade herzustellen, etwas das ich in Salzburg gelernt hatte. Auf diese Weise kann ich nun das, was wir produzieren, veredeln. Bei der Möglichkeit im Ausland zu lernen und unsere Kolleginnen und Kollegen in der Landwirtschaft zu treffen, zählt für mich nicht der Profit, sondern die Erfahrung. Ich lerne gerne Neues dazu und für uns Jungbäuerinnen ist es extrem wichtig solche Möglichkeiten zu haben!

Sanddornbeeren und Erdbeeren

Sanddorn wächst entlang unseres Flusses in Tang, wurde aber nie für irgendetwas verwendet, da wir Bäuerinnen und Bauern hier keine Idee hatten, was man damit machen könnte. Bis ich schließlich von meiner OFEP-Tour mit einer Tasche voller Ideen zurückkam! Wir hatten gerade die richtige Saison für die Ernte (sie beginnt in der 3. Septemberwoche und dauert bis zur 2. Dezemberwoche), also halfen mir die örtlichen Bäuerinnen und Bauern in Tang beim Sammeln der Sanddornbeeren, wofür ich sie dann bezahlte und sie sehr glücklich waren. Wir machen das nun alljährlich und wann immer ich Zeit habe, beteilige ich mich auch am Pflücken.

 

Neues entdecken

Je nach Jahreszeit bin ich also sehr damit beschäftigt, meine Erdbeeren zu pflücken, Früchte von anderen Höfen einzusammeln und bis vor kurzem Sanddorn am Flussufer zu ernten. Ich probiere neue Dinge aus und langsam entwickelt sich mein Lebensmittelverarbeitungsgeschäft weiter. Für jede Gelegenheit, mehr zu lernen, bin ich dankbar.

Demnächst, Ende Dezember, steht ein Back- und Kochworkshop mit Kinley Wangmo auf dem Programm, gesponsort von Bhutan Network – ich kann es kaum erwarten!

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