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Hintergrund und Ziele

Bildungspolitik in Bhutan legte (zum Teil auch heute noch) hauptsächlich Augenmerk auf “white-collar” Ausbildung (Schul- und Hochschulausbildung) während die Handwerksausbildung eher vernachlässigt wurde. Davon betroffen sind hauptsächlich „neue“ Berufsfelder wie z.Bsp. Elektriker- und  Installateurberufe, kurzum alle Handwerksbereiche die wesentlich für die Baubranche sind, während traditionelle Handwerke noch eher gefördert werden.

Gegenwärtige Probleme

Folgende Defizite sind am Handwerkssektor in Bhutan bemerkbar:

  • Das Fehlen von funktionierenden, greifenden Ausbildungssystemen und der daraus resultierende Mangel an qualifizierten Fachkräften
  • Das Fehlen von hochqualifizierten MeisterhandwerkerInnen die fundiertes Wissen an Auszubildende weitergeben können
  • Die verschulten Ausbildungsstätten die eher auf Theorie als Praxis fokussieren und daher die NachwuchshandwerkerInnen schlecht auf den Berufsalltag vorbereiten.
  • Die fehlende Anerkennung für Handwerksberufe, die als niedere Arbeiten stigmatisiert werden und daher als Karrierewunsch von Jugendlichen gar nicht in Betracht gezogen werden, trotz der hohen Arbeitslosigkeit und der großen Nachfrage nach qualifizierten HandwerkerInnen
  • Die träge Entwicklung eines tragfähigen Klein- und Mittelunternehmertums am Handwerkssektor
  • Auf der politischen Ebene: das Fehlen von ExpertInnen zum Thema Handwerksberufe- und Ausbildung und daher fehlende oder fehlgeschlagene Anreizversuche

Situation in Europa

Das duale Ausbildungssystem im deutschsprachigen europäischen Raum ist angesehen und verfügt über eine lange Geschichte. Auch in Europa hat sich in den letzten Jahren der Fachkräftemängel erhöht und es scheint schwieriger für Meisterbetriebe Lehrlinge zu finden. Hochqualifizierte HandwerkerInnen genießen jedoch weiterhin Ansehen und Anerkennung. Zudem sind Handwerksberufe vertreten duch Gilden und Gewerkschaften.

Know-How in Österreich:

  • Ein international anerkanntes und geschätztes duales Ausbildungssystem
  • Ein verhältnismäßig guter gesellschaftlicher Status von sogenannten „blue collar jobs“ (Arbeiterjobs) und hohe Anerkennung für Exzellenz in Handwerksberufen
  • Ein großer Privatsektor (Klein- und MIttelbetriebe)
  • Gut etablierte Interessensvertretergruppen wie Gilden und Gewerkschaften

Ziele und Strategien

Ziel von GoVocational! ist es die Lehrlingsausbildung und Handwerksberufe in Bhutan zu förden und zu stärken. Es soll Handwerk als Berufsoption attraktiver gemacht werden. Das soll in Folge den Privatsektor stimulieren und zur Verringerung der Jugendarbeitslosigkeit und Landflucht beitragen. Folgende Maßnahmen sollen dazu beitragen:

  • Partnerschaften zwischen österreichischen und bhutanischen Handwerksausbildungsstätten
  • Das Einbinden von pensionierten, hochqualifizierten österreichischen HandwerkerInnen für Fortbildungsprogramme in Bhutan
  • Praktische Studienreisen und Fortbildung für BhutanerInnen nach Österreich
  • Joint Venture Partnerschaften zwischen Klein- und Mittelbetrieben in Österreich und Bhutan

 

 

 

 

 

 

 

 


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